Im Rahmen einer Podiumsdiskussion hat die MIT Bremerhaven das Thema Steuerreform diskutiert. Das Podium war hochgradig besetzt. Das Impulsreferat hielt Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Hans-Christoph Seewald, auf dem Podium diskutierten mit ihm der Hauptgeschäftsführer der MIT Torsten Alsleben, Ralf Thesing vom Bund der Steuerzahler, aus dem Mittelstand Hotelier Martin Seiffert und Obermeister Jörg Itjen und Aufsichtsratsvorsitzender der BÄKO. Moderiert wurde die Veranstaltung von dem CDU Bürgerschaftsabgeordneten Heiko Strohmann.

Hans-Christoph Seewald wies darauf hin, wie schwierig es ist, Steuergerechtigkeit für alle herzustellen. Was bedeutet eigentlich Steuergerechtigkeit, wie sieht die aus? Diese Steuerreform bringt für den Einzelnen wenig. Da geht es um Einsparungen pro Jahr von 55 Euro und im Jahr drauf nochmals um 81 Euro für einen Ledigen mit einem Jahreseinkommen von 40.000 Euro. Mit 100.000 Euro hat er künftig 85 Euro und 154 Euro mehr in der Tasche. Bei einem Verheiratet mit zwei Kindern beträgt die Einsparung 126 Euro und 144 Euro im ersten Jahr im zweiten kommt er auf ein Plus von 200 und 241 Euro. Da hätte es mehr Mut gebraucht, eine richtige Steuerreform auf den Weg zu bringen, die einfach ist und keine Schlupflöcher zulässt, wie z.B. die Panamagesetze.

Torsten Alsleben von der MIT wies darauf hin, dass z. Zt. die Steuereinnahmen sprudeln wie noch nie und das von den Mehreinnahmen sowohl der Mittelstand als auch die Steuerzahler profitieren müssen. Die MIT hat ein Deutschlandpaket beschlossen, dass eine Steuerreform in drei Schritten vorsieht, mit der vor allem mittlere Einkommen und Familien entlasten werden sollen. Ein Drittel für Steuerentlastungen, ein Drittel für Investitionen und ein Drittel für Schuldenabbau.

Ralf Thesing vom Bund der Steuerzahler führte aus, dass die Reform in die richtige Richtung geht aber noch sehr viel Luft nach oben ist. Der Spitzensteuersatz sollte erst bei 80.000 Euro Jahreseinkommen liegen und nicht schon bei 53.666 Euro greifen.

Die beiden Unternehmer Martin Seiffert und Jörg Itjen beklagten die überbordende Bürokratie und forderten dringend einen wirklichen Bürokratieabbau. Die Dokumentationspflicht an allen Ecken und Enden kostet Zeit und Geld und demotiviert die Unternehmer. Sowohl in der Hotellerie als auch beim Bäckereihandwerk sind die Abschreibungsbedingungen zu verbessern. Für die Unternehmen wird es zunehmend schwieriger Mitarbeiter zu halten bzw. neue anzuwerben. Auch die Unternehmen fordern eine Absenkung der Grenzsteuersätze bei unteren und mittleren zu versteuernden Einkommen sowie eine Verschiebung des Spitzensteuersatzes weg von den Durchschnittseinkommen hin zu höheren Einkommen, damit bei den Mitarbeitern vom Brutto zum Netto auch etwas in der Tasche bleibt.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass diese Reform nicht ausreichend ist und unterstützen eine klare einfache Steuerreform analog des von Prof. Paul Kirchhoff seinerzeit vorgeschlagenen Entwurfs, der allerdings damals als „der Professor aus Heidelberg“ diskreditiert worden ist. Die Idee war ein radikal einfaches Gesetz mit niedrigen einheitlichen Steuersätzen und praktisch ohne Sonderregeln, weniger Steuerarten, weniger Privilegien, weniger Bürokratie. So etwas würden wir heute brauchen!

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